Bei Facebook hat mich Olaf Krause (etwas verkürzt) gefragt, warum ich Bürgermeister werden will, obwohl ich ein florierendes Unternehmen habe – und warum mich keiner mag (Hier der Link zu Facebook).


Ich veröffentliche hier meine Antwort ungekürzt:

Erstmal danke für die Frage. Sie stellen insbesondere die wichtigste Frage, die mir bisher noch niemand gestellt hat, – noch nicht mal meine politischen Mitbewerber.

Ich bin 63 Jahre alt. In meinem Unternehmen muss also sowieso in den nächsten Jahren die nächste Generation des Ruder übernehmen, weil ich ja irgendwann in Rente gehe.
Mit meiner Kandidatur habe ich mich selber gezwungen, dieses Thema für mein Unternehmen zu lösen. Das war nicht ganz einfach, weil wir während meiner Krankheit (autoimmune Enzephalitis) wirtschaftlich ordentlich auf die Mütze gekriegt haben. Aber es ist mir jetzt gelungen das gut zu lösen. Insofern hat die Kandidatur auf eine ganz komische Art einen Teil ihres Zwecks jetzt schon erfüllt.
In der Unternehmensnachfolgeberatung bringe ich immer wieder Unternehmern bei, dass sie sich eine Aufgabe suchen müssen für die Zeit, nachdem sie aus ihrem eigenen Unternehmen ausgeschieden sind. Wenn nämlich ein Unternehmer mangels einer solchen Aufgabe weiterhin an seinem Unternehmen herum schraubt, dann werden die jungen Leute keine Lust haben, das Unternehmen weiter zu betreiben.
Zu dem Thema finden Sie auch einige Videos auf meiner Webseite. Ich lasse das hier jetzt mal weg, um keine Werbung zu machen.

Also ist die Kandidatur erstmal in Bezug auf mein Unternehmen vollkommen schlüssig. Und ich habe sogar einige interessante Pläne, falls ich nicht gewählt werde. Die finden Sie auch auf der Webseite der Bürgerliste. Da wir im Wahlkampf sind darf ich das hier ja vielleicht zeigen:


Ich habe sowas ähnliches wie Stand Up Comedy schon mal gemacht eine Zeit lang (auf Kreuzfahrtschiffen), und auch all die anderen Aufgaben die ich mir geben könnte sind es wert, dass ich für den Rest meines Lebens noch mal etwas anderes versuche.
Das bringt mich zu der Frage, warum ich „keiner mag“. Zum einen stimmt das ja nicht. Ich bin Teamspieler durch und durch, und die Handwerkerkooperation die ich in den letzten 20 Jahren mit aufgebaut habe, die würde es gar nicht geben, wenn sie nicht letztlich vor allem durch Freundschaft geprägt wäre.
Mich mag man politisch nicht.
Ich lege den Finger in Wunden. Ich kritisiere Leute für ihr jahrelanges und zum Teil jahrzehntelanges Versagen, und das hören die natürlich nicht gern, und natürlich wehren die sich dann auch.
Ich habe ja mein „Dreamteam“ für das Rathaus vorgestern vorgestellt. Eine Verteilung der Aufgaben, bei der alle ihre Stärken voll ausspielen können. Aber auch das mögen SPD und CDU natürlich nicht, weil sie ja beide gerne selber den Bürgermeister stellen wollen.

Trotzdem wäre mein Dreamteam die beste Lösung für die Stadt!


Meine Argumente sind durch die Bank fachlich meistens nicht zu widerlegen. Also haben meine politischen Gegner keine andere Chance, als auf die persönliche Ebene zu gehen. Und an der Stelle erwischen sie mich dann bei meiner größten Schwäche oder meiner größten Stärke (je nachdem wie man das sieht).

Anmerkung (nicht bei Facebook): Was gegen mich spricht veröffentliche ich hier (link). Da spielt dieser Punkt auch eine Rolle.


Weiter im Text:

Wenn ich wütend bin, dann bin ich authentisch wütend. Ich schaffe das nicht, im Rathaus wachsweich und leise meine Kritik anzubringen, wenn ich doch in Wirklichkeit stinksauer bin.

Ich weiß gar nicht ob es besser wäre, wenn ich mich da besser im Griff hätte. Ich glaube nämlich auch, dass es richtig und wichtig ist, dass CDU und SPD jetzt endlich kapieren, dass sie sich in sich selbst stark verändern müssen, weil man ihn sonst einfach nicht mehr vertrauen kann.


All die Forderungen die Stefanie Hertrampf jetzt stellt, hätte sie doch längst umsetzen können. Sie hätte doch ihre Gewerbesteuersenkung einfach nur beantragen müssen im Rat. Und das gilt für all die anderen Dinge auch … hat sie aber nicht gemacht!


Und was Andreas Simon angeht:

Wenn man den kritisiert, dann nimmt er sich eine Anwältin, damit man ihn nicht mehr öffentlich kritisieren soll:

https://www.bad-harzburg.net/abmahnung/

Ich habe vor Jahren der SPD ihren Filz um die Ohren gehauen. Daraufhin haben die mich übrigens rausgeschmissen, statt etwas zu ändern bei sich. Die wollen nicht kritisiert werden. Die wollen auch nicht das öffentlich diskutiert wird darüber wie sie arbeiten. Die möchten einfach gern so weitermachen können wie bisher.
Und an der Stelle kommt es jetzt zu einer Aussage, mit der sie wahrscheinlich nicht gerechnet haben: ich habe viel mehr Verständnis für jeden der die AfD wählt als die meisten wahrscheinlich denken.
CDU und SPD werden nicht begreifen, dass sie etwas ändern müssen, bevor sie einmal ganz radikal abgewählt wurden. Das fühle ich doch genauso wie die AfD Wähler. Und also habe ich auch ein gewisses Verständnis dafür.
Ich halte aus völlig anderen Gründen die AfD nicht für eine Alternative, und ich glaube auch tatsächlich, dass die Gefahr besteht dass in dieser Partei sich irgendwann die Faschisten durchsetzen werden. Übrigens: das ist dort Faschisten gibt das Bestreiten ja noch nicht mal AfD-Anhänger.
Ich habe Angst vor der AfD! Aber ich verstehe jeden, der von CDU und SPD die Schnauze so sehr voll hat, dass er die AfD wählt.
Und das bringt mich zurück an den Ausgangspunkt Ihrer Frage: ich glaube halt, dass meine Art mich gegen CDU und SPD zu wehren besser ist als das was die AfD anbietet. Ich glaube, dass ich mehr und bessere Konzepte habe für die Stadt. Aber ich verstehe jeden der die AfD wählt.