Auch eine 20.000-Einwohner-Stadt braucht nahezu dieselbe Verwaltungsstruktur wie eine 60.000-Einwohner-Stadt (Finanzen, Personal, IT, Vergabe, Bauordnung u.s.w.). Das fährt zu einer fixen Grundlast, die man auch mit einer noch so sorgfältigen Haushaltsführung nicht los wird. In einer kleinen Stadt bedeutet das einen sehr hohen Personalanteil – relativ zur Bevölkerung. Und das wird bei sinkender Bevölkerungszahl automatisch zur Belastung.
und noch eine unangenehme Wahrheit
Wenn die Alters-Verteilung der Mitarbeitenden in der öffentlichen Verwaltung genauso ist wie im Rest des Landes, dann muss die Stadt Bad Harzburg in den nächsten sechs Jahren in der Lage sein, ca. 70-80 Mitarbeiter zu ersetzen. Meiner Wahrnehmung nach findet die Verwaltung schon heute nicht genügend Nachfolger. Tlw. werden Stellenausschreibungen zu gleichen Stellen über einen langen Zeitraum immer wieder veröffentlicht.
Pillenknick!
Um die wenigen jungen Leute konkurriert die Stadt Bad Harzburg mit dem Lankreis Goslar und der Stadt Goslar , weil die ja das gleiche Thema haben. Die werden sich also an die gleichen (wenigen) jungen Leute wenden. Noch dazu kann Goslar als größere Stadt zum Teil die attraktiveren Angebote machen. Wir sind deshalb sicher, dass es für Bad Harzburg künftig immer schwieriger werden wird, die Personalausstattung aufrecht zu erhalten. Einfach mal Wikipedia nach dem Wort Pillenknick fragen …
Über Digitalisierung schreiben wir demnächst mehr. Es wird den Kommunen im Landkreis Goslar besser gelingen, endlich in die neue Zeit zu gehen, wenn man in der Beschaffung und in der Ausbildung der Fachleute intensiv zusammenarbeitet. Also spricht auch die Digitalisierung dafür, dass man die Verwaltung lieber ganz und gar gemeinsam macht.
Es ist besser, wenn wir unausweichliche
Entwicklungen aktiv gestalten!
