Die Diskussion über Verwaltungsreformen wird häufig nur als Kostenfrage geführt. Tatsächlich geht es aber um etwas Grundsätzlicheres: Reicht das Personal in Zukunft überhaupt noch aus? Ein Blick auf die demografischen Daten für Niedersachsen zeigt das strukturelle Problem.


50.000 Altersabgänge in Niedersachsen

Der Personalstrukturbericht 2023 des Landes Niedersachsen zeigt:

  • Bis 2033 werden – je nach Ruhestandseintritt – zwischen 48.600 und 57.500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Niedersachsen altersbedingt ausscheiden.
  • Das entspricht rund 5.000 bis 5.700 Abgängen pro Jahr.

Diese Zahl betrifft die gesamte Landes- und Kommunalverwaltung – also genau die Strukturen, die auch in den Städten und Gemeinden des Landkreises Goslar arbeiten.


Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Der wichtigste Ausbildungsberuf für die kommunale Sachbearbeitung ist die/der Verwaltungsfachangestellte. Die Zahlen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen zeigen für 2024 ganze 846 neue Ausbildungsverträge (LSN 2024).

Selbst wenn man großzügig mit rund 850 neuen Verwaltungsfachangestellten pro Jahr rechnet, steht dem ein jährlicher Altersabgang von über 5.000 Beschäftigten gegenüber. Der Nachwuchs deckt also nur einen kleinen Bruchteil des demografisch bedingten Ersatzbedarfs ab – und dabei sind andere Berufsgruppen (z. B. IT, Bauverwaltung, Führungskräfte) sogar noch gar nicht berücksichtigt. Dort dürfte es allerdings ähnlich aussehen.


Die Relation ist eindeutig:

  • ≈ 5.000–5.700 altersbedingte Abgänge pro Jahr
  • ≈ 850 neue Verwaltungsfachangestellte pro Jahr

Selbst wenn nicht alle Abgänge reine Verwaltungssachbearbeiter betreffen, zeigt die Größenordnung ein strukturelles Missverhältnis. Hinzu kommt, dass die fachlichen Anforderungen mit den Aufgaben steigen, und es gibt eine zunehmende Konkurrenz um die viel zu wenig vorhandenen, qualifizierten Fachkräfte.


Jedes Jahr 4.000 weniger Angestellte:

Da fehlen 20% Leute … bzw. jede 5. Stelle wird unbesetzt bleiben. 


Schlussfolgerung:

Für kleinere Kommunen im Landkreis Goslar ist diese Entwicklung besonders kritisch. Der Personalmangel ist kein vorübergehendes Problem, sondern ein struktureller Effekt der Demografie. Die Frage lautet daher nicht nur, wie Verwaltung günstiger organisiert werden kann – sondern wie sie in Zukunft überhaupt noch handlungsfähig bleibt.

Vor diesem Hintergrund muss die Diskussion über eine Zusammenführung der Stadtverwaltungen hin zu einer leistungsfähigen, größeren Einheit bewertet werden. Es geht nicht nur um Kosten. Es geht um organisatorische Tragfähigkeit!


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